In ewiger Erinnerung...

 

 

 

 

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Ich kenne dich
So dachte ich
Bis zu jenem Tage
An dem dich keiner mehr erkannte

Du bist glücklich
So dachte ich
Bis zu jenem Tage
An dem niemand mehr glücklich war

Du bist mir nahe
So dachte ich
Doch seit jenem Tage
Bist du nicht mehr da

Du hast uns hinter dir gelassen
Denn wir sind Hinterbliebene
Und uns eint der Schmerz
Dass wir deinen nicht erkannten

Wenn ich früher an dich dachte
Konnte ich lachen
Jetzt tut es weh

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Aaron Engelhardt – Freund, Onkel, Sohn, Bruder

 


Wir wollen hier an einen ganz besonderen Menschen erinnern. Folgend erzählen wir, seine Brüder Philipp, Merlin und Darius, ein paar Erlebnisse und Eindrücke mit Aaron. Das ist sind aber nur kleine Anekdoten, jeder von Euch wird Erinnerungen an Aaron haben, die ihn in unseren Herzen nie vergessen lassen.

Die frühesten Erinnerungen beginnen bei uns als wir in Altenburg über einer Freiwilligen Feuerwehr wohnten. Auf dem Gelände zum Beispiel sammelten wir zusammen kleine Frösche oder spielten Verstecke am liebsten, aber verbotenerweise, im Keller. Jedoch die ersten richtigen Erinnerungen erwachten erst aus der Zeit, in der wir in Limbach-Oberfrohna wohnten. Am Ludwigsplatz zum Beispiel spielten wir oft, sammelten tausende von Kastanien und verzehrten tonnenweise Wassereis von Schettlers. Aarons Lieblingssorte war Kirsche. Wir gingen alle in die gleiche Grundschule. Aaron zeigte schon immer eine große Interessenvielfalt – wie zum Beispiel an Musik von Vangelis oder seinen Triops, das sind kleine Urzeitkrebse. Während Darius und Merlin zum Sport gingen, kam bei Aarons drittem Versuch mit den Triopsen endlich ein lebendes Ding raus.


Aaron war immer etwas eigen, ich denke zum Beispiel daran wie wir immer unser Taschengeld, das waren 12€ auf den Kopf gehauen haben – sei es bei Norma oder Netto. Für Müller war es zu wenig und eine Weltreise bis zum Aldi hat es meist nicht überlebt. Im damals neu gebauten Simmel öffnete Aaron seinen Geldsack und eine Flut von Kleingeld überschwemmte die Kasse. Darius lacht noch heute über Aaron sein „da liegt noch was“, womit er die bereist genervte Kassiererin permanent auf das Kleingeld hinwies. Aaron sparte sein Geld im Vergleich zu uns und nutzte darüber hinaus noch sein Talent und sammelte etwas Kleingeld, in dem er vor dem bereits erwähnten Simmel Trompete spielte – hier oft „Oh when the saints go march in in“ eines seiner erlernten Lieder.


Ich erinnere mich noch daran wie er zu dieser Zeit gern ausführlich die Funktionsweise der Trompete erklärte, speziell auch die Funktion des Spuckeablassventils, welches das Rosten der Trompete verhindern sollte. Generell erklärte er anderen gern die Welt. Das Trompetespielen hielt nicht lange an, Aaron entdeckte das Klavier für sich und lernte fleißig und viel. Später in Altenburg bekam er auch die Chance sein Können an der Orgel zu beweisen und hatte auch die Ehre zu seinem Schulabschluss an dem Klavier ein selbstgeschriebenes Stück zu spielen.


Wir zogen in Limbach um, wohnten dann ca. 700 Meter von der alten Wohnung entfernt. In dieser Wohnung teilten sich Merlin und Aaron ein Zimmer und nebenan Darius. Doch diese Konstellation hielt so nicht lange an – Aaron tauschte mit Darius und hatte dann ein Einzelzimmer. Beim Zimmerteilen mit Merlin störte Aaron zum Beispiel das Merlin zu unordentlich sei und dass Darius mit Merlin abends fast täglich Halligalli veranstaltete. Durch sein neues Zimmer hatte er mehr Ruhe, um auch mal in Büchen zu stöbern. Am Liebsten in einem Lexikon, welches er von seiner Tante geschenkt bekommen hat. Er spielte auch gern mit unseren Geschwistern und machte Blödsinn mit Isabeau. Ich denke dabei an folgende Begebenheit: Unsere Mutter war mit Darius Schuhe einkaufen, währenddessen spielten Isabeau und Aaron Verstecken im Schuppen. Nachdem Isabeau die Schuppentür vor Aarons Nase zuschloss, versuchte dieser sich zu befreien, indem er die Tür rambomäßig einrennen wollte – er erwischte aber leider nur das Glas der Tür, welches zu Bruch ging. Dabei schnitt sich nicht nur Aaron in die Hände, sondern die Splitter erwischten auch Isabeau. Zum Glück ist nicht viel passiert und wir Geschwister lachen heute noch darüber.


Als Aaron in die Mittelschule kam, war er anfangs recht zurückhaltend. Doch er gewöhnte sich schnell an den Schulalltag. In der Nachmittagsgestaltung der Schule versuchte er sich an seinem Schauspieltalent. Unabhängig von der Schule spielte er zu Weihnachten mit Isabeau bei einem Krippenspiel in Mehna mit. Eine kurze Anekdote dazu: Kurz bevor es los ging, erlaubte er sich einen Spaß. Aaron stellte sich auf die Empore, spielte über sein Handy ein Orgelstück ab und durch den Schall in der Kirche und durch seine imitierten Bewegungen, hätte man denken können, dass er wirklich selbst spielt.


Nach 13 Jahren in Limbach-Oberfrohna zogen wir nach Altenburg zurück. Wir alle wechselten die Schule, keinem von uns viel das leicht. Jedoch Aaron gewöhnte sich vergleichsweise schnell daran und fand gut Anschluss und Freunde. Er setzte sich sehr für die Schule ein – drehte Beispielsweise einen Imagefilm im Rahmen seiner Projektarbeit und war Streitschlichter. Er mochte es eben nicht, wenn sich gestritten wurde.


Vor Merlin, Darius und Aaron letztem Schuljahr – ja wir haben alle drei gleichzeitig unseren Schulabschluss im Jahr 2016 gemacht – zogen wir nach Schmölln. Darius erinnert sich wie die zwei fast jeden Tag mit dem Fahrrad gemeinsam zur Schule nach Altenburg gefahren sind. Trotz der langen Fahrt hatten beide immer viel Spaß dabei und alberten gern miteinander rum.
Neben seinem Üben am Keyboard, lernte Aaron sich selbst Programmiersprache. Wir haben uns immer etwas lustig darüber gemacht, weil er zum Beispiel riesige Wikipedia-Einträge in sein selbstgenanntes „Wissensbüchlein“ geschrieben hat. Sein Interesse war sehr vielseitig, in seinem eigenen Zimmer fand er auch immer die Beleuchtung sehr wichtig. Er brauchte Stunden zur Anbringung der LED-Strips, damit sein Zimmer für ihn ideal ausgeleuchtet wird.


Im letzten Halbjahr hat sich Aaron sehr energisch bei der DB beworben. Nach einer Absage war er geknickt, aber versuchte zielstrebig weiter eine Ausbildung im IT-Bereich zu bekommen. Mit etwas Hilfe von unserem Vater gelang ihm dies schließlich auch und er startete 2016 die Ausbildung bei der DB Kommunikationstechnik.

Wie viele Erinnerungen könnten wir alle gemeinsam über ihn erzählen, wie oft hat er uns zum Lachen gebracht, wie oft haben wir mit ihm gelacht. Leider sind es nur noch Erinnerungen, denn viel zu früh mussten wir uns von unserem Aaron verabschieden.